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herrlothar
Eingebildetes und Nachgebildetes

Ich bin Pirat
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15.06.2009/06:34  |  Leute
Die häßlichste Frau Westeuropas
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Einer meiner Kollegen, er arbeitet im Kellerlaboratorium, hat eine so abgrundtief häßliche Frau, daß man es kaum angemessen ausdrücken kann. Er selbst ist zwar auch nicht gerade eine Schönheit, aber wer ist das schon. Aber seine Frau, das ist unglaublich! Als ich sie zum ersten Mal gesehen habe — sie war ihren Mann abholen gekommen — dachte ich, mich trifft der Schlag. Ich fühlte einen unwiderstehlichen Drang, sie anzustarren, sie mir ganz genau anzusehen, ihre Häßlichkeit sensationslüstern aufzusaugen und ästhetisch leidend zu genießen. Natürlich traute ich mich nicht, das zu tun; bzw. mein anerzogenes gutes Benehmen hinderte mich daran und obwohl es mir sehr schwer fiel, benahm ich mich bei der gegenseitigen Vorstellung ganz normal freundlich und höflich, äußerte irgendeine Floskel und tat, als ob ich überhaupt kein Interessse an ihr hätte, allenfalls aus Höflichkeit.

Aber in Wirklichkeit sträubten sich mir die Haare und ich bekam eine Gänsehaut am ganzen Körper, sogar an den Füßen. Mir schien als ob ihr kaum wahrzunehmender Parfumduft von Schwefel- und Fäulnisgestank durchsetzt sei, ihre Warzen und Flecken schienen Auswüchse inneren Übels zu sein, und ihre vielfältigen Drüsen schienen mit Giften aller Art gefüllt zu sein. Schwarze Haare blickten einzeln aus allen Hautfalten hervor, und ich spürte förmlich die eitrige und haarige Schweißnässe, wo sich an ihrem Körper Haut und Haut berührten. Sie erschien mir wie der Inbegriff dessen, was sich die verklemmtesten Inquisitionsgelehrten seinerzeit unter Übel der körperlichen Weiblichkeit vorgestellt haben müssen, jedoch ohne die verführerische Hülle: ein schleimgefüllter Organismus, dessen verderbende Säfte aus allen Öffnungen heraussabbern. Bei aller unreligiösen Sachlichkeit war ihre Wirkung geradezu göttlich-teuflisch ungestalt.

Mein Kollege muß gewußt haben, was in mir gerade vorging. Vermutlich hatte er das schon oft erlebt, und man kann seine wahren Empfindungen ja nur bis zu einem gewissen Grad beherrschen. Das Entsetzen in meinen Augen zum Beispiel hatte mich sicher verraten. Ich weiß nicht, was in ihm vorging. Er ging drei Minuten später mit seiner Frau nach Hause, und wir benahmen uns alle ganz normal und vertraulich. Aber ich fürchtete das Wiedersehen mit ihm am folgenden Tag. Einerseits bedauerte ich ihn, andererseits war er mir unheimlich geworden, da es mir vollkommen unerklärlich war, wie er mit diesem Monstrum leben konnte, oder was ihn bewogen haben könnte, sie zu heiraten. Ich meine, selbst wenn sie ihn sich geangelt hätte, so hätte doch der Selbsterhaltungstrieb ihn davor bewahren müssen.

Und wie vermochte sie überhaupt unter Menschen zu leben? Sie muß es gelernt haben, ähnlich wie körperlich Behinderte lernen, es sich nicht permanent zu Herzen zu nehmen, daß sie nicht normal sind. Ihre Häßlichkeit allerdings ist tatsächlich eine Behinderung, eine gesellschatliche Behinderung.

 

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18.02.2009/20:37 [updated]
17.02.2009/23:12  |  Absurd
Drainage
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Ich will drei Nieren haben!
Ich will drainieren.

 

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12.03.2008/12:03  |  Leute
Sumpfaraber
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Araber haben sich auf heiße, trockene und sehr karge Gegenden spezialisiert. Libanon, Syrien, Irak, die arabische Halbinsel, Palästina, Ägypten, Lybien, Algerien, Marokko, Südspanien. Der Inbegriff des Arabers ist der Beduine, der nomadisch in der Wüste und Halbwüste lebt(e).
In den ausgedehnten Sümpfen des südlichen Zweistromlandes leben Sumpfaraber, auch wenn die Sümpfe durch den Diktator zum großen Teil trockengelegt worden sind.

Das ist alles. Ich wollte nur "Sumpfaraber" sagen.

 

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10.03.2008/19:04  |  Stories
Reise rückwärts
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Wir wollten mit dem Zug in eine benachbarte Stadt fahren, um mit Freunden einen gemütlichen Abend bei Speisen und Wein zu verbringen. Wir gingen frühzeitig von zu Hause los, denn wir wollten ohne Eile zu Fuß zum Bahnhof gehen. Den Spaziergang genossen wir trotz der kühlen Brise vom Meer her. Wir kamen auch durch Gäßchen, in denen wir beide seit vielen Jahren nicht mehr vorbeigekommen waren.

Den Bahnhof erreichten wir pünktlich, so daß wir ohne Zeitdruck noch Fahrkarten lösen konnten, aber auch ohne noch lange auf den Zug warten zu müssen. Bald nachdem wir aus dem Bahnhofsgebäude hinaus auf den Bahnsteig traten, kam schon der Zug. Er hatte eine grüne Lokomotive, und zwar so eine mit einem einzigen Führerstand in der Mitte der Lok, nicht je einen an beiden Enden wie fast alle Diesel- und E-Loks. Die Lok wirkte jedenfalls sehr ungewöhnlich, aber das gefiel mir.
Im Waggon - es waren diese Personenzug-Großraumwagen, bei denen auf altmodische Weise immer je zwei und zwei Sitze, bzw. Zweiersitzbänke, einander gegenüber angeordnet waren, kleine Pseudo-Abteile bildend. Die Sitzordnung, bei der alle wie im Flugzeug nach einer Seite schauen, gefällt mir besser. Nur müßte der Waggon dann auch immer in die richtige Richtung gedreht sein, sonst sitzen unter Umständen alle mit dem Rücken zur Fahrtrichtung.
Hier konnte man sich also so setzen, daß man in Fahrtrichtung blickte, zumal der Zug halbleer war. Wir setzten uns auf die Ostseite, um nicht durch die Abendsonne geblendet zu werden, aber die sonnenbeschienene Seite der Landschaftsgegenstände draußen zu sehen. Auf der anderen Seite des Mittelganges saßen drei Jugendliche; zwei Jungs und ein Mädchen. Sie benahmen sich ziemlich laut und ungeniert, aber das machte uns nichts aus.

Als der Zug anfuhr, war ich einen Moment lang verwirrt, denn er bewegte sich in die falsche Richtung, nämlich dahin, woher er gekommen war. Die Lok schob statt zu ziehen, und wir fuhren rückwärts. Erst dachte ich an einen Fehler oder ein Versehen des Lokführers. Doch als der Zug beschleunigte, klebte ich mich ans Fenster — in diesen Waggons konnte man keine Fenster öffnen — und versuchte, nach zur Lok und zum Bahnsteig hin auszuschauen, aber auch in die andere Richtung. Vergeblich; bei geschlossenen Zugfenstern kann man nur in Kurven nach vorn oder nach hinten blicken.
Die Jugendlichen fingen an, sich laut über den Lokführer zu amüsieren und machten Bemerkungen, über die sie dann jeweils laut und lang lachten. Andere Passagiere hatten offenbar auch gemerkt, daß die Fahrtrichtung nicht stimmte — wir nahmen das als Bestätigung, daß nicht wir uns irrten (beispielsweise in einen falschen Zug gestiegen waren), sondern daß irgendetwas tatsächlich nicht so war wie es sein sollte. Erstaunlicherweise gab es aber auch Reisende, die weiter teilnahmslos dasaßen und die sich ausbreitende Unruhe nicht verstanden. Am alarmiertesten reagierten nicht alleinreisende alte Männer, während ihre Frauen beruhigend auf sie einredeten, durch die Aufregung ihrer Männer aber offensichtlich auch beunruhigt wurden. Manche suchten den Schaffner. Wie sich allmählich herausstellte, gab es entweder keinen Schaffner, oder er hatte sich sehr gut versteckt.
Wir waren mittlerweile schon auf freier Strecke außerhalb der Stadt und fuhren ziemlich schnell. Das war schon besorgniserregend, denn die Lok war ja hinten, und der Lokführer konnte somit die Strecke ja nicht sehen; allenfalls konnte er an den Waggons vorbei Streckensignale erblicken, falls er sich die Mühe machte, den Kopf seitlich aus seiner Kabine herauszustrecken. Wir hofften, daß er das tat.

Etwa zu diesem Zeitpunkt wurde die erste Notbremse gezogen. Wir erfuhren das erst einige Momente später, als aufgebrachte Männer voller Aktionismus durch die Waggons zogen und alle Notbrems-Griffe zogen, ohne Effekt natürlich. Inzwischen herrschte allgemeine Aufregung und Beklemmung. Da fast alle Mobiltelefone besaßen, wurde jetzt allgemein voller Aufregung mit Verwandten, Freunden und der Polizei-Notrufstelle telefoniert. Es bildeten sich kleine Grüppchen und Kommitees, die Besprechnungen abhielten und in denen die absurdesten Vorschläge zu hören waren.

Ich untersuchte, ob man irgendetwas schweres Metallenes abmontieren könne, am Waggonende und im Klo, um ein Fenster einzuschlagen (die Türsicherung war natürlich eingeschaltet); nur um notfalls hinausspringen zu können. Es war aber mehr, um das Gefühl des eingesperrten Ausgeliefertseins zu bekämpfen, denn wirklich hinauszuspringen war bei dieser Höhe und Geschwindigkeit ein fifty-fifty-Ticket in den Tod oder in die Intensivstation.

Jetzt trat aber eine Veränderung ein, und zwar verlangsamte der Zug allmählich, aber spürbar seine Fahrt. Es konnte auch nicht mehr weit bis zur nächsten Station sein, ein kleines, nordwestlich unsrer Stadt gelegenes Städtchen. Die Geschwindigkeitsverringerung führte zu einer deutlichen Beruhigung unter den Reisenden; es vermittlete den Eindruck, der Lokführer wisse wohl was er tue. Ich selbst fühlte mich auch ruhiger und ich versuchte, Erklärungen zu finden. Von hinten würde kein Zug kommen, da die Strecke durch die Blocksignale als belegt signalisiert sein würde. Allenfalls würde unser Zug auf einen stehenden Zug auffahren, was auch schon schlimm genug wäre. Diese Überlegung hatten auch andere angestellt, denn der Waggon nahe der Lok (jetzt hinten) war jetzt voller Menschen, die die jetzt vorderen Waggons verlassen hatten.

Als der rückwärtsfahrende Zug sich den ersten Häusern und Lagerhallen des Städtchens näherte, fuhr er bereits ziemlich langsam. Da noch immer kein Unglück passiert war, hatte die Anspannung deutlich nachgelassen, doch verwandelte sich die Angst jetzt bei einigen in Wut und sie machten sich mit lautstarken Drohungen gegen den Lokführer und die Bahngesellschaft Luft.

Kurz gesagt, das Abenteuer ging gut aus. Der Zug fuhr langsam in den Bahnhof des Städtchens ein. Auf dem Bahnsteig warteten mehrere Bahnbeamte, mehrere Polizisten mit Sprechfunkgeräten und auch ein Sanitäterteam. Als der Zug hielt, öffneten sich die Türen und alle stiegen erleichtert aus. Es erschien ein Presseteam mit einer Videokamera. Die mußten aus unserer Stadt gekommen sein, denn in diesem Städchen konnte es einfach keine Presse geben. Vielleicht waren sie zufällig hier gewesen und hatten irgendwie vom verkehrt fahrenden Zug erfahren, oder sie waren mit dem Auto angerast gekommen, den Zug überholend.
Der Lokführer wurde von Bahnbeamten und Polizisten empfangen. Einige aufgebrachte (ehemalige) Fahrgäste, mehrere ältere Männer, versuchten sich dem Lokführer zu nähern und stießen Beschimpfungen aus. Sie wurden jedoch von Polizisten zurückgehalten.

Eine Stunde später fuhr der gleiche Zug mit einem anderen Lokführer wieder zurück, die gleiche Strecke, diesmal aber vorwärts. Ein Teil der Reisenden — wir auch — traute sich wieder in diesen verteufelten Zug, nachdem auch versichert wurde, der Mechanismus für die Notbremse sei jetzt angeschlossen und funktioniere wieder einwandfrei.

Wir erschienen zwei Stunden zu spät zum Gastmahl, genossen es aber um so mehr und sprachen dem Wein kräftig zu, so daß wir schließlich auch über Nacht blieben.

 

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07.03.2008/16:34  |  Funde
Fund bei Octavio Paz
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El día abre la mano
Tres nubes
Y estas pocas palabras

Der Tag tut seine Hand auf
Drei Wolken
Und diese wenigen Wörter

 

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